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Materialien zum Förderunterricht Deutsch

Hier finden Sie ein Beispiel für Unterrichtsmaterialien entlang eines Konzepts. Die ersten 3 Punkte dienen der Erstellung eines Schülerprofils mit dem Zweck, Grundlage für Aufgaben und Feedback im folgenden Förderunterricht zu sein. Konzept und Inhalte stammen aus einem Förderprojekt mit 15-16-jährigen Schülern über 3 Schuljahre (Berufsfachschule I) (Darstellung pdf).


Neue Version: In den Dateien sind jeweils Selbstkorrekturvarianten mitberücksichtigt, also Aufgaben anhand derer die Schüler ihre Texte u. Lösungen selbst bzw. gegenseitig überarbeiten, korrigieren und Feedback geben können:
Hier können Sie den Dateiordner herunterladen - die Datei !startdatei enthält Erläuterungen zum Gesamtablauf sowie links in die jeweiligen Einzeldateien; damit die Links funktionieren, müssen die Dateien in einen Ordner namens "Jahresplan_selbskorr" gepackt werden.

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frühere Version:
Hinter den Links (s.u.) steht jeweils ein Word-Dokument, in dem zusätzlich zum Arbeitsblatt Varianten (z. B. zum Kopieren / für Folien) bzw. auch Kommentare dazu, wie die Aufgabe gemeint ist, welche Tücken und Möglichkeiten sie birgt.

1. Gesamtüberblick übers Jahresprogramm für die Schüler

Die Schüler verbinden das Wort fördern mit Nachhilfe (im besseren Fall) oder Lernbehinderung. Außerdem ist ihnen nicht ganz deutlich, wozu diese Extrastunden dienen außer "Deutschnote verbessern". Daher die Überlegung sie zu Beginn der Maßnahme auf den Gesamtplan (Landkarte & Weg) aufmerksam zu machen. Je nachdem, wie eng der Förderunterricht an andere Fächer (Deutsch, Sachfächer) angebunden ist, wird der Plan sehr viel anders aussehen.

2. Selbstbeurteilung im Fach Deutsch

Ein Fragebogen, nach dem sich jeder selbst zum Schulfach Deutsch bewertet und kommentiert. Hilft den Schülern, sich ihrer Situation sowie der Facetten des Faches bewusst zu werden, hilft den Lehrern, frühzeitig Hinweise auf Selbstüber- oder Selbstunterschätzer zu bekommen.

3. Sprachbio aufschreiben

Aufgabenstellung, die versucht nicht "neugierig" zu sein, aber offene Informationen zum Thema zu bekommen. Stichwörter: Ressourcenvielfalt, Lernpartner für Wunschsprachen finden, gemeinsam in Deutsch und Englisch weiter bearbeiten (Englisch steht auf der Wunschliste immer ganz, ganz oben, häufig auch Familiensprachen, z. B. Russisch, schreiben zu können), Abbau von impliziten Annahmen lehrerseits (etwa, dass "Türken Türkisch" sprechen, was oft aber Kurdisch oder Minderheitensprachen sein können). Gibt auch Hinweise darauf, ob Kinder stolz auf ihre "Herkunftssprachen" sind oder sie eher ablehnen (und entsprechend nicht als Experten darin angesprochen sein möchten).

4. Komplexer freier TextMein Film / Meine Musik“ + Selbstkorrektur fürs PROFIL

„Jetzt geht's los“ sozusagen. Eine schwierige und anstrengende Aufgabe, bei der wir permanent am Rumlaufen und „nein, das ist beim besten Willen nicht fertig, lies mal die Aufgabe, nein, das musst du besser erklären, das versteht kein Mensch außer den Fans …“ waren. Nach 45 Min. (leider! Doppelstunden sind hier viel besser) wird alles eingesammelt und in der nächsten Stunde muss jeder seinen Text nach Feedback überarbeiten. Riesen Protest, später wird das zur Selbstverständlichkeit. Mindestens eine Überarbeitungsstunde ist unbedingt nötig, die zweite Überarbeitung kann als Hausaufgabe genutzt werden. Wichtig: Es muss hier, gleich zu Beginn des Schuljahres klar sein: Eine Aufgabe wird man nicht durch "Ausweichen" los, sondern nur durch gute Lösung - es wird so lange weiter daran gearbeitet, bis es mindestens "eine Zwei wäre".

5. Register-Übungen (siehe Datei "Mein Film..." aus 4., roter Text und letzte Seite)

Hier sollte sich eine längere Sequenz zum Thema Register (mündlich, schriftlich, Dialekt, Umgangssprache … Angemessenheit) anschließen. Korrekturen von "echten" Textstellen der aktuellen Klasse (auf Folie oder Kopie übertragen) machen allen viel Freude und gelingen in Gruppen- oder Partnerarbeit häufig gut ohne Hilfe des Lehrers. Das Thema kann immer wieder aufgenommen werden, z. B. indem man mündliche Berichte (Hörtext) in eine schriftliche Form überführen lässt (Bericht), oder indem Stundenprotokolle angefertigt werden o. Ä.

Vorher oder nachher eine Zwischenstunde: Strategieübungen mit dem Wörterbuch / Duden. Wird optimalerweise parallel mit z. B. Englisch (fremdsprachliches Wörterbuch) oder anderen Übungen zur Nutzung von Nachschlagewerken bearbeitet. Wichtig wäre, dass nicht der Rechtschreibduden, sondern das Universalwörterbuch genutzt wird oder andere Bedeutungswörterbücher wie "Langenscheidt Großwörterbuch DaF".

6. Lesetext mit Wortschatz-Lücken – produzierendes Lesen

… wichtig für die Sprachprofile, nimmt aber 2 Stunden weg. Der Text im Beispiel bezieht sich auf die zeitgleiche Unterrichtseinheit "Anforderungen der Betriebe an Bewerber". Ein Text zu einem aktuellen Unterrichtsthema (genauso gut aus den Sachfächern!) ist deshalb wichtig, weil so der thematische Wortschatz gerade "aktiv" ist.
Eine Stunde eiserne Einzelarbeit, eine Stunde für die Besprechung mit Reflexion, Beispielen, Strategie-Übungen. Die Schnellen können sich schon im ersten Durchlauf entweder mit einer anderen Farbe selbst korrigieren oder bekommen einen "dickeren" Text dazu oder suchen im Wörterbuch Synonyme / elegantere Möglichkeiten / Alternativen.

7. Textgeländer – lesen & schreiben, Logik, Verbindungen: Kohärenzübung

… hier sollte man eine ansprechendere Textgrundlage verwenden, entweder etwas, was für ein Fach gelesen werden muss (Sachtext) oder einen attraktiven Text (altersbezogen); ein Sachtext ist m.E. einem literarischen Text vorzuziehen, erstens da hier weniger Variationsmögllichkeiten bestehen, zweitens weil es eher um Alltagswissen geht und weniger um "Märchen & Mythen" im weitesten Sinne (die außerdem zu schade dafür sind :-).

8. Die Rechtschreib-Übungen zur Groß-und-kleinschreibung, Dehnung/Schärfung, Vermischtes, das-dass und Kommasetzung Partnerdiktat zum Abschluss muss thematisch auch angepasst werden.
Als Textgrundlagen müssen je nach Einsatzzeitpunkt relevante Themen gewählt werden, um aktive Wissensbereiche zu nutzen und damit auch allgemeine Lerneffekte zu verstärken. Für die "Guten" zusätzliche Kopien aus handelsüblichen Materialien mit komplexeren Aufgaben. Wichtig ist dabei aber das Prinzip der ansteigenen Übung, also die Basisblätter müssen von allen mitbearbeitet werden.

9. Hinter das-dass und Komma (oder auch davor) passt gut die Einheit zur Grammatik (Wortarten, Satztypen), zumal die Schüler nun selbst die Mind-map-Technik anwenden können und Maps z. B. zu jeder Wortart anfertigen mit den Zweigen: Beispiele, deutsche Bezeichnung, nicht verwechseln mit …, nützlich für …

- Einen vergnüglichen Weg, die grammatische Terminologie eigenständig aufzufrischen (bzw. überhaupt zu erlernen), bieten Spiele - z. B. das Verbzeiten-Spiel. Z. B. „Fremdwörter2“ (Wiederholung der Dudenarbeit mit Fokus Bedeutung) und „Fremdwörter-Wortarten“ im Zusammenhang: freies, lautes Vortragen und Vorlesen.

- Ein mehrfach wirksames, spaßbetontes Spiel mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten zum Thema: Assoziationen
- Hierhin passt auch das PROJEKT Mehrsprachigkeit zur GRAMMATIK, zus. mit Englisch o.a. Fremdsprache und Deutsch. In Dialektregionen doppelt nützlich!


- Grammatik zur Satz- und Textanalyse
als Helfer beim Lesen von aktuellen Lerntexten aus den Sachfächern. Hier lässt sich auch die Wiederholung der Wortarten und Satzglieder gut nutzen. Zunächst kleinere Textstücke aus einem fortlaufenden Fachtext werden analysiert, komplexe Sätze und stark "verschlüsselte" Passagen anschließend reformuliert. Übungsserie mit Auftaktübung, Weiterführung, Wiederholungsblatt und Test.

10. Vom Diagramm zum Text : Einfache Abläufe und Bedingungsgefüge beschreiben.

Hier kann man verschiedenste Themen wählen, aber wenn anschließend der Handy-Text geschrieben wird, ist es wortschatzmäßig eine gute Vorentlastung.

10.1 Vertiefungsübungen zu „wenn – dann“ und präziseren Alternativen (hängt oben an, kommt mit 11.1, das ebenfalls dabei ist, z.T. auf die Reihenfolge der Aufgaben an).

Aufgabe zur Verbindung von Spracharbeit & Fach - gut für ungeliebte, schwere oder aufgegebene Bereiche Aufgabenordnen.pdf

11. Handlungsanleitungen , -anweisungen, -beschreibungen: Handy erklären - alternativ weitere Geräte, die aber hinreichend komplex sein sollten, dass ihre Beschreibung einen längeren, strukturierten Text verlangt.

11.1 Wortschatzübung „machen“ durch präzisere Verben ersetzen (Überarbeitungsanleitung für den Text als Text hängt der Datei an) - den Schülern fällt es meist recht leicht, selbst spezifischere Verben zu finden.

12. Vom Text zum Diagramm: Lesetexte in Diagramme umformen (bei sehr speziellem Text Alternativtext anbieten … was auch weniger Abkucken ermöglicht und anschließenden Austausch zwischen den Gruppen mit "Kapier-Test"; der Lektüretext ist m.E. eindeutig zu langweilig und muss ersetzt werden.

Einen ausgedehnteren Lesetext zum gleichen Thema (Spam) für die Unterforderten, wobei hieraus kein Diagramm im Sinne wie oben erstellt werden soll, sondern andere Aufgaben nötig sind, z. B. Exzerpt, Übersetzung der Begriffe in einfachere Sprache ("für 12-Jährige") ...

12.1 Freie Übung: „Ein Käsebrot schmieren“ "Gummibärchen kaufen" oder ähnliche Abläufe als Diagramm darstellen; Aufgabe wird mündlich gestellt

13 Textpuzzle Sachtexte:
13.1 Satzweise Kohärenz/Kohäsion/thematische Entwicklung beachten

13.2 Textpuzzle 2: Abschnittsweise die gleiche Übung (ist in der Datei s. 13.1)

Die Variante Textpuzzle_story wäre nett im Zusammenhang mit aktueller Lektüre

14. Perspektivwechsel – critical incidents; geht anstatt zu vorgegebenen Problemen auch wahlweise zu aktuellen Themen, zu aktuell gelesener Literatur o.ä.

irgendwo dazwischen passen auch die Funktionswort-Übungen, die aber schönerer Textgrundlagen bedürfen … Zu beachten: Es sind manchmal erstaunliche Alternativlösungen sinnvoll!!

… außerdem die "Drüber-Nachdenken-Aufgaben" genau lesen , laut Vorlesen ,

Aufsatz-ähnliches einbeziehen
auch mit Phantasie und Literatur operieren.

Ein Sprech-Spiel: Die pps-Datei "Hauptstädte" mit Beamer anzeigen, ein Schüler (oder eine kleine Gruppe) bedient die Maus (ohne Atlas), die anderen Schüler haben eine Europakarte oder Atlanten und kommentieren die Mausbewegungen - übt Wortschatz von Lageangaben, macht Spaß ohne Ende und kann als Wettspiel veranstaltet werden.

Am Ende der ersten Materialnutzung haben wir eine Befragung der Schüler durchgeführt (die unter anderem ergab, dass sie den genauen Plan für das ganze Schuljahr sehen möchten. s. o.).

15. Evaluation / Schülerbefragung gegen Ende des Schuljahres (Varianten nach ca. 1/3 - 1/2 sinnvoll)